Navi­ga­ti­on Feuerwehr

Ein­satz­na­vi­ga­ti­on Map­Trip 112 bei der Feu­er­wehr Wuppertal

Die Fahr­zeu­ge der Wup­per­ta­ler Feu­er­wehr samt Lösch­fahr­zeu­gen und Ret­tungs­dienst ver­fü­gen über die Ein­satz­na­vi­ga­ti­on Map­Trip 112. Lesen Sie hier, wie die Ein­satz­kräf­te dadurch so schnell wie mög­lich am Ein­sat­ziel ankommen.

In der Aus­ga­be 25 von Mai 2020 hat die Zeit­schrift FEUERWEHR | RETTEN – LÖSCHEN – BERGEN über den Ein­satz von Map­Trip 112 bei der Feu­er­wehr Wup­per­tal berichtet:

Neu­es Navi­ga­ti­ons­sy­stem für die Feu­er­wehr Wuppertal

Die Feu­er­wehr muss im Fal­le eines Ein­sat­zes nicht nur zuver­läs­sig am rich­ti­gen Ort ankom­men – son­dern das auch noch so schnell wie mög­lich. Die ana­lo­ge Navi­ga­ti­on mit Stadt­kar­ten wur­de dafür von digi­ta­len Navi­ga­ti­ons­sy­ste­men abge­löst. Eine Feu­er­wehr aus dem Ber­gi­schen Land hat eine indi­vi­du­el­le Lösung für ein Navi­ga­ti­ons­sy­stem gefun­den, die ihre spe­zi­el­len Bedürf­nis­se voll berücksichtigt. 

Navigation Feuerwehr
Brand­amt­mann Dirk Schucka bei der Benut­zung der Ein­satz­na­viag­ti­on Map­Trip 112.
Foto: Feu­er­wehr Wuppertal.

Auch die Feu­er­wehr spürt den gesell­schaft­li­chen Wan­del. Mit­ar­bei­ter wech­seln häu­fi­ger den Arbeit­ge­ber und den Wohn­ort. Folg­lich ken­nen sich Fahr­zeug­be­sat­zun­gen nicht mehr so gut aus. Des­we­gen braucht auch die Feu­er­wehr heu­te gute Navi­ga­ti­ons­sy­ste­me, um so schnell wie mög­lich an den Ein­satz­or­ten anzukommen.

Ein digi­ta­les Navi­ga­ti­ons­sy­stem für Wuppertal

Frü­her erfolg­te die Navi­ga­ti­on bei der Feu­er­wehr Wup­per­tal mit Kar­ten­aus­drucken durch das Alarm­fern­schrei­ben. Die Feu­er­wehr­leu­te navi­gier­ten mit Stadt­kar­ten und ‑plä­nen und muss­ten für die Ein­sät­ze zeit­auf­wän­dig die Stadt­kar­te an der Wand durchsuchen.

Weil ein Lösch­zug wegen einer Bau­stel­le wert­vol­le Zeit ver­lo­ren hat­te, stell­te man 2006 auf eine digi­ta­le Lösung um: Das Ein­satz­leit­sy­stem Dal­les mit dem Navi­ga­ti­ons­sy­stem Da Vin­ci. Die Feu­er­wehr Wup­per­tal pfleg­te dafür ein eige­nes Stra­ßen­vek­tor­netz. Die­ses kam sowohl im Ein­satz­leit­sy­stem, als auch im Navi­ga­ti­ons­sy­stem zum Ein­satz. Das eige­ne Rou­ting­sy­stem wies Fahr­zeug­be­sat­zun­gen vor der Fahrt mit einem Popup-Fen­ster auf eine mög­li­che Rou­ten­än­de­rung hin.

Mit der Neue­rung des Digi­tal­funks schrieb die Feu­er­wehr 2015/2017 ihr Ein­satz­leit­sy­stem neu aus. Weil sie dar­auf­fol­gend auf ein neu­es Ein­satz­leit­sy­stem wech­sel­te, muss­te die Wehr auch das The­ma Navi­ga­ti­on kom­plett neu betrach­ten. Denn das bis dahin genutz­te Navi­ga­ti­ons­sy­stem konn­te nicht abseits des alten Ein­satz­leit­sy­stems als Stand Alo­ne Lösung betrie­ben wer­den.
Ein wei­te­res Pro­blem: Das seit 2006 im Ein­satz befind­li­che Vek­tor­netz konn­te für neue­re Navi­ga­ti­ons­sy­ste­me nicht ohne Wei­te­res auf den Stand der Tech­nik umge­wan­delt wer­den. Die Daten­ba­sis für das neue Ein­satz­leit- und Navi­ga­ti­ons­sy­stem stammt von der Fir­ma HERE. Die Feu­er­wehr hat­te dort Stra­ßen­kar­ten mit der Lizenz zum Bear­bei­ten und Anpas­sen gekauft. Unter­stützt wird sie dabei vom Res­sort „Ver­mes­sung, Kata­ster­amt und Geo­da­ten“ der Stadt Wup­per­tal, das die Daten für sie auf­be­rei­tet. Gemein­sam ent­wickel­te man ein Ver­fah­ren, um das vor­han­de­ne Kar­ten­ma­te­ri­al auf den aktu­ell­sten Stand zu brin­gen. Des­we­gen such­te man nach einem Anbie­ter für eine Navi­ga­ti­ons­soft­ware, in die das eige­ne Stra­ßen­netz inte­griert wer­den kann.

Vier Anbie­ter kamen bei einer Recher­che für ein neu­es Navi­ga­ti­ons­sy­stem in die nähe­re Aus­wahl. Die info­wa­re GmbH aus Bonn über­zeug­te schließ­lich mit Fle­xi­bi­li­tät, Funk­ti­ons­um­fang und Preis-Lei­stungs-Ver­hält­nis ihrer Ein­satz­na­vi­ga­ti­on Map­Trip.

Zu enge Stra­ßen, die ein schnel­les Errei­chen der Ein­satz­stel­le behin­dern, sind nun kein The­ma mehr. Foto: Feu­er­wehr Wuppertal.

Anpas­sung der Stra­ßen­kar­ten und Son­der­rech­te abbilden

Gera­de die indi­vi­du­el­le Anpas­sung des rou­ting­fä­hi­gen Stra­ßen­net­zes ist für die Feu­er­wehr essen­ti­ell. Denn ihre Navi­ga­ti­ons­be­dürf­nis­se wei­chen stark von denen eines nor­ma­len Pri­vat­nut­zers ab.
Die Wup­per­ta­ler Nord­bahn­tras­se zum Bei­spiel ist eine ehe­ma­li­ge Bahn­strecke, die heu­te als Fahr­rad­weg und Fuß­weg dient. Ein nor­ma­les Navi­ga­ti­ons­sy­stem wür­de im Auto-Modus dort nicht hin­lot­sen. Die Feu­er­wehr dage­gen muss bei einem Unfall auf sol­che Strecken und in Fuß­gän­ger­zo­nen navi­gie­ren kön­nen. Nor­ma­le Navi­ga­ti­ons­sy­ste­me las­sen das aber nicht zu. Die Nut­zung des ange­pass­ten Stra­ßen­net­zes ist mit der Ein­satz­na­vi­ga­ti­on Map­Trip mög­lich. Die Feu­er­wehr kann so zu jeder belie­bi­gen Stel­le rou­ten. Das gilt auch für Wald­we­ge: Bei einem Unfall muss die Feu­er­wehr so nah wie mög­lich an die ver­letz­te Per­son navi­gie­ren kön­nen. Das bedeu­tet, dass die Ein­satz­kräf­te die letz­ten 100 Meter manch­mal mit dem Navi­ga­ti­ons­sy­stem in der Hand zu Fuß zurück­le­gen müs­sen. Bei einem nor­ma­len Navi­ga­ti­ons­sy­stem müss­te dafür in den Fuß­gän­ger­mo­dus umge­schal­tet wer­den. Doch dafür sind oft die Daten­sät­ze nicht vorhanden.

Kurz­fri­sti­ge Ände­run­gen wie eine ein­ge­rich­te­te Höhen­be­gren­zung, die eine Unter­füh­rung nicht mehr befahr­bar machen, las­sen sich sofort ein­pfle­gen und Neu­bau­ge­bie­te schon in der Ent­ste­hungs­pha­se in das Stra­ßen­netz auf­neh­men. Auch Brücken oder Tun­nel, die durch Son­der­rech­te trotz einer Ton­na­ge­be­schrän­kung mit den schwe­ren Fahr­zeu­gen der Feu­er­wehr befah­ren wer­den dür­fen, las­sen sich im Vek­tor­ma­te­ri­al bear­bei­ten. Eine Haupt­ver­kehrs­strecke in Wup­per­tal führt zum Bei­spiel durch einen Tun­nel, in dem aus Brand­last­grün­den eigent­lich kein Schwer­ver­kehr zuge­las­sen ist. Auch tem­po­rä­re Ände­run­gen eines Stra­ßen­ver­lau­fes oder auch Stra­ßen­fe­ste las­sen sich nun berück­sich­ti­gen. Hin­ter­hö­fe, deren Haus­num­mer näher an einer ande­ren Stra­ße lie­gen, kön­nen kurz­fri­stig im Stra­ßen­netz ergänzt werden.

Die Feu­er­wehr Wup­per­tal unter­schei­det zwi­schen der Navi­ga­ti­on für Deutsch­land und für Wup­per­tal. Auf die­se Wei­se kön­nen auf klei­ne­ren Kar­ten mit gerin­ge­rem Daten­vo­lu­men Daten schnel­ler bear­bei­tet und Bau­stel­len imple­men­tiert werden.

Opti­mier­te Rou­ten für Groß­fahr­zeu­ge in der Einsatznavigation

Durch das neue System konn­ten die Fahrt­rou­ten für Groß­fahr­zeu­ge ins­ge­samt opti­miert wer­den. Bei einem fahr­zeug­pro­fil­ab­hän­gi­gem (Lkw/Pkw) Rou­ting las­sen sich so idea­le Strecken fin­den. Klei­ne, enge Stra­ßen wer­den mit Lösch­fahr­zeu­gen zum Bei­spiel erst auf den letz­ten 100 Metern befah­ren. Es wird zudem eine rea­li­sti­sche Geschwin­dig­keit ange­ge­ben, die für einen Lösch­zug gilt, der mit Son­der­rech­ten fährt.

Das macht eine Ein­satz­na­vi­ga­ti­on aus, denn ein nor­ma­les Navi­ga­ti­ons­sy­stem kann das nicht lei­sten, ohne zwi­schen den ver­schie­de­nen Benut­zer­mo­di Pkw und Lkw zu wech­seln. Dar­aus resul­tie­ren aber ande­re, gra­vie­ren­de Pro­ble­me: Das System wür­de dann auch enge­re Stra­ßen nut­zen, die für ein Feu­er­wehr­fahr­zeug nicht aus­ge­legt sind. Und eine Umschal­tung von Pkw auf Fuß- oder Rad­weg wür­de even­tu­ell über Fuß­gän­ger­brücken oder Trep­pen führen.

Updates ent­fal­len

Die Feu­er­wehr hat­te lan­ge Pro­ble­me mit Kar­ten-Updates, da kein Her­stel­ler ihre Bedürf­nis­se und Beson­der­hei­ten berück­sich­ti­gen konn­te. Updates erfolg­ten oft erst nach einem hal­ben oder einem gan­zem Jahr. Das ist für die Feu­er­wehr natür­lich viel zu spät. Der jah­re­lan­ge Umbau des Döp­pers­berg sowie die Sper­rung der Bränd­ström­stra­ße haben gezeigt, dass das Update über die Frei­ga­be der Stra­ßen meh­re­re Mona­te oder sogar Jah­re gedau­ert haben. Haben gro­ße Anbie­ter neu­ge­bau­te Stra­ßen noch nicht in ihre Stra­ßen­net­ze auf­ge­nom­men, kön­nen gera­de dort Unfäl­le pas­sie­ren. Dar­auf muss die Feu­er­wehr vor­be­rei­tet sein. Heu­te ist die Feu­er­wehr Wup­per­tal dank der indi­vi­du­el­len Anpass­bar­keit der Ein­satz­na­vi­ga­ti­on nicht mehr auf exter­ne Updates angewiesen.

Auto­ma­ti­sier­te Ein­satz­adres­se aus dem Leitsystem

Jetzt emp­fan­gen die Fahr­zeu­ge vor dem Fahrt­an­tritt eine genaue Ein­satz­adres­se in Form einer Koor­di­na­te aus dem Ein­satz­leit­sy­stem: Auf dem Bord­com­pu­ter erscheint unter ande­rem die Art des Alarm, tak­ti­sche Infor­ma­tio­nen sowie wei­te­re nütz­li­che Hin­wei­se. Außer­dem wer­den den Besat­zun­gen alle betei­lig­ten Ein­satz­mit­tel wie Lösch­fahr­zeu­ge, Ein­satz­leit­fahr­zeu­ge, die Dreh­lei­ter oder Not­arzt ange­zeigt. Die Besat­zun­gen klicken nur noch auf den Navi­ga­ti­ons­but­ton. Die Ein­satz­adres­se müs­sen sie nicht mehr manu­ell ein­ge­ben. Die Ein­satz­na­vi­ga­ti­on Map­Trip star­tet dann sofort. Durch das Koor­di­na­ten-Rou­ting spart die Feu­er­wehr viel Zeit.

Außer­dem gibt es die Mög­lich­keit der soge­nann­ten Ren­dez­vous-Ein­satz­stel­le. Dar­über kann sich zum Bei­spiel ein ver­spä­te­tes Not­arzt­ein­satz­fahr­zeug per Klick zu einem Ret­tungs­mit­tel navi­gie­ren las­sen, das sich bereits in Bewe­gung gesetzt hat und nicht mehr an der Ein­satz­stel­le steht. Alle 115 Fahr­zeu­ge der Wup­per­ta­ler Feu­er­wehr samt Lösch­fahr­zeu­gen und Ret­tungs­dienst ver­fü­gen über MapTrip.

Fazit der Ein­satz­na­vi­ga­ti­on Map­Trip 112

Schlecht gewähl­te Rou­ten, Zeit­ver­zö­ge­run­gen durch unbe­kann­te Hin­der­nis­se oder feh­len­de Updates gehö­ren der Ver­gan­gen­heit an: „Dank der indi­vi­du­el­len Anpass­bar­keit des Kar­ten­ma­te­ri­als in der Navi­ga­ti­ons­soft­ware haben wir eine Navi­ga­ti­on, die uns schnell und mit der opti­ma­len Rou­ten­füh­rung an den Ein­satz­ort führt“, fas­sen Brand­amt­mann Dirk Schucka von der Wup­per­ta­ler Feu­er­wehr und San­dra Rickert vom Kata­ster­amt zusammen.

Auch Ton­na­ge- und Höhen­be­schrän­kung kön­nen dank dem neu­en Navi­ga­ti­ons­sy­stem ver­mie­den wer­den. Foto: Feu­er­wehr Wuppertal,