Changelog MapTrip 5.10 und SDK 9.10
Mit MapTrip 5.10 und dem SDK 9.10 haben wir unsere Navigationstechnologie in mehreren Bereichen weiterentwickelt. Neue Kartentechnologien wie das Orbis-Format kombinieren aktuelle OSM-Daten mit der Datenqualität von TomTom und stehen erstmals produktiv zur Verfügung. Gleichzeitig ermöglicht der dynamische Kartendownload schlankere Anwendungen, die Karten bei Bedarf nachladen und dennoch offlinefähig bleiben.
Die Kartenanzeige wird durch die freie Positionierung des Fahrzeugsymbols flexibler, 3D-Gebäude verbessern die Orientierung in der Stadt und wir haben das Zoomverhalten für eine bessere Übersicht angepasst.
An der Routenberechnung haben wir viel Detailarbeit geleistet. Entwickler können den Einfluss statistischer Verkehrsdaten gezielt steuern und zwischen verschiedenen Routing-Strategien, den s.g. “Flavors”, wählen. Für den 112-Bereich ist ein neues Emergency-Profile hinzu gekommen, dass noch schneller und besser an den Einsatzort führt.
Straßenkarten
Hinweis zur Kartenkompatibilität und Speicherbedarf
MapTrip 5.10 / SDK 9.10 erfordert Kartendaten der Versionen TOMTOM2025Q4, OSM2026Q1, HERE2026Q1, ORBIS2026Q1 oder neuer.
Aufgrund der jetzt enthaltenen Gebäudeumrisse, hat das Datenvolumen deutlich zugenommen. Bitte beachten Sie, dass das Auswirkungen auf das übertragene Datenvolumen im Onlinebetrieb hat.
Europa mit Gebäuden
17,7 GB (19.030.696.884 Bytes)
Davon Gebäude: 7,54 GB (8.098.568.065 Bytes) 42 Prozent
DACH mit Gebäuden
2,31 GB (2.487.387.072 Bytes)
Davon Gebäude: 987 MB (1.035.472.665 Bytes) 41 Prozent
DEU mit Gebäuden
1,85 GB (1.996.138.408 Bytes)
Davon Gebäude: 836 MB (877.054.416 Bytes) 43 Prozent
Orbis — Das neue TomTom-Datenformat
Orbis ist das neue Kartenformat von TomTom. Es vereint die hohe Aktualität und den Detailgrad von OSM-Karten mit der überlegenen Qualität von TomTom. Mit MapTrip 5.10 und dem SDK 9.10 steht die Orbis-Kartenlösung nun für alle Kunden zur Verfügung — “Best of both worlds” für Navigationslösungen.
Automatischer Download
Mit dem SDK 9.10 können jetzt Anwendungen entwickelt werden, die mit Online-Kartendaten ausgeliefert und in Betrieb genommen werden können. Die Anwendungen sind dadurch sehr schlank (ca. 160MB Paketgröße) und können problemlos per Funkschnittstelle auf den Zielgeräten installiert werden. Sie laufen dann zunächst im Onlinebetrieb und können bei Bedarf die lizenzierten Kartendaten herunterladen. Damit ist dann der Offline-Betrieb möglich.
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Kartenanzeige
Mapviewer — 3D-Polygone
Mit MapTrip 5.10 / SDK 9.10 können Gebäude dreidimensional auf der Karte dargestellt werden. Die Gebäudedaten geben vor Ort bessere Orientierung, sind bereits in allen Standard-Kartendaten (TomTom, Orbis, HERE, OSM) enthalten und werden automatisch in 3D extrudiert.

Hinweis: Das System extrudiert 2D-Grundrisse nach oben – echte 3D-Modelle mit detaillierten Dachformen sind noch nicht unterstützt. Für leistungsschwächere Geräte sollte die 3D-Darstellung auf niedrige Zoom-Stufen beschränkt werden, da die Berechnung rechenintensiv ist.
Für Produktmanager bedeutet das: Modernere Kartenoptik, bessere räumliche Orientierung für Endnutzer und die Möglichkeit, branchenspezifische 3D-Objekte ohne Entwicklungsaufwand zu integrieren.
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Verbesserte automatische Zoomhöhe
Mit SDK 9.10 können Navigationslösungen die automatische Zoomhöhe der Kartendarstellung deutlich flexibler konfigurieren – eine direkte Antwort auf Kundenfeedback aus der Praxis. Bisher führte die fest vorgegebene Zoomlogik in bestimmten Anwendungsszenarien dazu, dass die Karte zu weit herangezoomt wurde. Fahrer berichteten, dass ihnen die räumliche Übersicht fehlte.
Die neuen Konfigurationsmöglichkeiten erlauben es, die Zoomhöhe präzise an unterschiedliche Nutzungsszenarien anzupassen. Entwickler können jetzt detailliert steuern, wie weit die Karte bei verschiedenen Geschwindigkeiten ausgezoomt bleibt. Das bedeutet: Bessere Orientierung für Fahrer und professionellere Benutzererfahrung.
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Fahrzeugicon beliebig positionieren
Mit SDK 9.10 können Anwendungen das Fahrzeugsymbol erstmals frei auf dem Bildschirm positionieren. Ein Feature, das neue Möglichkeiten für moderne User-Interface-Konzepte eröffnet.

Bisher war das Fahrzeugsymbol fest in der Bildschirmmitte verankert und konnte nur vertikal verschoben werden. Jetzt lässt sich die Position flexibel in beide Richtungen steuern. Die Steuerung erfolgt über prozentuale Werte oder direkt per SDK-Funktion zur Laufzeit. Das ermöglicht völlig neue Bildschirmaufteilungen: Im Querformat kann das Fahrzeug beispielsweise in der rechten Bildschirmhälfte angezeigt werden, während links Platz für Bedienelemente, Listen oder andere Informationen bleibt.
Besonders interessant wird es bei dynamischen Interfaces: Wenn UI-Elemente ein- oder ausgefahren werden, kann das Fahrzeugsymbol animiert ausweichen und bleibt immer im sichtbaren Kartenbereich zentriert. Das schafft flüssigere Übergänge und eine professionellere Benutzererfahrung.
Für Produktmanager bedeutet das: Modernere App-Designs mit besserer Raumnutzung, intuitivere Bedienung und mehr Gestaltungsfreiheit.
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Routenberechnung
Route Flavors
Mit dem Konzept der Route-Flavors führen wir die Routenberechnung mit unterschiedlichen Optimierungszielen ein.
- Fastest: Die schnellste Route. Mit Berücksichtigung der Verkehrslage und Umfahrung von Staus.
- Direct: Die direkte Verbindung von A nach B ohne Stauumfahrung.
- Less Toll: Die günstige Route mit reduzierten Mautkosten.

Die Routen lassen sich im SDK und in der Server-API über die Flavors Fastest, Direct und Less_Toll abrufen.
Fastest
Dies ist die schnellste Route. Sie berücksichtigt die aktuelle Verkehrslage und umfährt Staus.
Direct
Die Klassikroute folgt dem normalen Streckenverlauf. Sie entspricht der Strecke, die man einem Ortsunkundigen erklären würde “Um von Köln nach Frankfurt zu kommen, nehmen Sie am besten die A3.” Die Klassikroute umfährt keine Staus sondern berücksichtigt nur die Verkehrslage in der Berechnung der Ankunftszeit!
Less Toll
Mit der Einstellung Less_Toll wird ein Streckenverlauf gewählt, der weniger Mautkosten verursacht. Diese Route ist i.d.R. länger in Bezug auf Strecke und Fahrdauer.
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Konfiguration der Nutzung statistischer Verkehrsinformationen
Statistische Verkehrsinformationen beschreiben typische Verkehrslagen in Abhängigkeit von Wochentag und Uhrzeit. Sie ermöglichen es, dem normalen Verkehrsteilnehmer eine Route zu fahren die chronische Staustrecken in der Rush-Hour am Morgen und Abend vermeidet. Bei vielen Anwendungen in der Logistik oder in sicherheitskritischen Bereichen, möchte man aber das Verhalten der Routenberechnung genauer steuern.
Deshalb können Entwickler mit dem SDK 9.10 erstmals flexibel steuern, wie statistischen Verkehrsdaten in die Routenberechnung einfließen.
Bisher konnten statistische Verkehrsdaten nur ein- oder ausgeschaltet werden. Jetzt lässt sich präzise festlegen, welche Art von Geschwindigkeitsinformationen verwendet wird. Das ermöglicht völlig neue Anwendungsszenarien: Kunden, die reproduzierbare Routen benötigen (z.B. für Tourenplanung oder im BOS-Bereich) können sicherstellen, dass die Route unabhängig von der Tageszeit immer identisch bleibt. Keine überraschenden Routenänderungen mehr zwischen morgendlicher Planung und abendlicher Ausführung.
Die Flexibilität zeigt sich in vier Modi:
- “SpeedProfile” arbeitet mit tageszeitabhängigen Geschwindigkeiten für jedes Straßensegment. Je nach Tageszeit kann man unterschiedliche Routenverläufe und Fahrtzeiten erhalten. Dies ist der Default-Fall für normale Navigation z.B. in der Logistik.
- “Average” arbeitet mit konstanten Durchschnittswerten für jedes Straßensegment. Es wird dabei nicht nach Tag und Uhrzeit unterschieden sondern ein Mittelwert pro Straße genutzt.
- Der “FreeFlow”-Modus nutzt straßenspezifische Geschwindigkeiten und bildet optimale Verkehrsverhältnisse ab wie man sie z.B. mitten in der Nacht vorfinden würde.
- Der “None”-Modus verwendet keinerlei statistischen Verkehrsinformationen, sondern nutzt pauschale Geschwindigkeitsannahmen pro Straßentyp. In diesem Modus findenlokale Gegebenheiten (z.B. chronische Staustrecke) keine Berücksichtigung.
Für Produktmanager bedeutet das: Maßgeschneiderte Lösungen für verschiedene Branchen – von verlässlicher Tourenplanung bis hin zu optimierter Einsatzfahrzeug-Navigation – ohne technische Kompromisse.
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Sperrungen und Hindernisse auf der Route
Das SDK 9.10 stellt Entwicklern detaillierte Informationen über Regelverletzungen auf der Route zur Verfügung. Dies können z.B. die Einfahrt in Fussgängerzonen, Anliegerstraßen oder Lkw-Beschränkungen (Höhe, Breite, Gewicht, Achslast, Gefahrgut, Tunnelkategorien) sein.
Einfahrverbote werden vom Routing ignoriert, wenn kein anderer Weg zum Ziel existiert. Entwickler können damit präzise Warnungen ausgeben (“Achtung, in 100 Metern Fussgängerzone”) oder kritische Stellen visuell auf der Karte markieren.
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Detour
Detour ist eine Funktion zur Bearbeitung von Kartendaten die zusätzlich zu jeder MapTrip-Lizenz freigeschaltet werden kann. Sie ermöglicht es Karten zu bearbeiten, z.B. Straßen zu sperren oder freizugeben, um die Routenberechnung auf die eigenen individuellen Bedürfnisse anzupassen..
Mehr über Detour erfahren Sie hier
Detour Basic — Eine neue einfache Sperrungsfunktion
Nach zahlreichen Anregungen aus dem 112-Bereich haben wir dem mächtigen Detour eine schlanke Alternative an die Seite gestellt, die auch in der Logistik von großem Nutzen sein kann.
Mit MapTrip 5.10 / SDK 9.10 steht eine neue einfache Methode zur Verfügung, um Sperrungen von Straßen oder ganzen Gebieten vorzunehmen. Mit der neuen Funktion reichen wenige Koordinaten, um eine Straße oder ein Gebiet zu sperren. Wir greifen damit eine Funktion auf, die viele Leitstellen bereits jetzt unterstützen.

Durch die schlanke Implementierung reicht auch eine extrem schmalbandige Datenübertragung (z.B. Tetra-Funk im BOS-Bereich), um Sperrungen gezielt an einzelne Fahrzeuge oder Fahrzeuggruppen zu verteilen. Die Funktion arbeitet lokal auf dem Gerät, d.h. jedes Fahrzeug verwaltet seine Sperrungen lokal und berücksichtigt sie sowohl bei lokaler als auch serverbasierter Routenberechnung.
Komplette Gebiete können durch die Definition eines Polygons gesperrt werden. Sperrungen können auch zeitlich befristet anlegt werden, etwa für temporäre Verkehrsbehinderungen wie Volksfeste. Die Übergabe der Sperrungen an MapTrip erfolgt dabei unkompliziert per MTI-Schnittstelle (MapTrip Interface).
Detour Basic beschränkt sich auf das Sperren von Straßen und Gebieten. Im Gegensatz dazu bietet Detour die Möglichkeit deutlich umfangreichere Anpassungen vorzunehmen wie das Freischalten, Hinzufügen, Priorisieren von Straßen und das Bearbeiten von LKW-Beschränkungen.
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112
Emergency Profile — Optimierte Blaulichtrouten
Mit MapTrip 5.10 / SDK 9.10 wird die Routenberechnung für Einsatzfahrzeuge grundlegend verbessert – mit zwei entscheidenden Vorteilen, die sich direkt auf die Einsatzpraxis auswirken.
Direktere, noch schnellere Routen: Das System berechnet im Blaulichtmodus gezielt Routen, die unter Einsatzbedingungen die kürzeste Ankunftszeit ermöglichen. Anders als im normalen Routing das bevorzugt über gut ausgebaute Straßen führt, nutzt das Emergency Profile konsequent die schnellstmögliche und für den Einsatzfall optimierte Strecke.
Realistische Fahrzeitberechnung bei Verkehr: Einsatzfahrzeuge mit Blaulicht bewegen sich völlig anders durch stockenden Verkehr als normale Fahrzeuge. Das SDK berücksichtigt jetzt konfigurierbar, dass Rettungswagen, Feuerwehr und Polizei Staus mit höherer Geschwindigkeit durchqueren können.
Blaulichtrouten umfahren deshalb Staus nicht mit großen Umwegen, sondern berücksichtigen die höhere Geschwindigkeit des Einsatzfahrzeuges im Gegensatz zum normalen Verkehr. Die Ankunftszeitprognose wird dadurch deutlich präziser und spiegelt echte Einsatzbedingungen wider.
Beide Verbesserungen funktionieren vollautomatisch ohne Programmieraufwand – sobald Blaulicht aktiviert wird, schaltet das SDK eigenständig um.
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Emergency POIs
MapTrip 5.10 und das SDK 9.10 enthalten jetzt detaillierte Emergency-POI-Daten wie Defibrilatoren, Rettungspunkte und Wasserentnahmestellen. Die Daten sind standardmäßig integriert und sofort einsatzbereit – ohne zusätzliche Datenbeschaffung oder Lizenzkosten.
Damit können Navigationslösungen gezielt auf Einsatzkräfte zugeschnitten werden. Feuerwehr-Apps zeigen automatisch die nächste Wasserquelle, Rettungsdienst-Lösungen navigieren präzise zu Rettungspunkten im Wald.
Aktualisierte SDK-Ressourcen
Mit SDK 9.10 wurden die mitgelieferten Konfigurationsdateien grundlegend überarbeitet und erweitert. Die mapservices.xml enthält jetzt 3D-Gebäudedarstellungen, detailliertere Küstenlinien und verbesserte Tunnel-Visualisierungen, damit wirken Navigationsanwendungen moderner und räumlich greifbarer.
Die Pois.xml wurde um Emergency-POIs ergänzt, darunter Defibrillatoren und andere Notfall-Infrastruktur. Das ermöglicht Anwendungen im Gesundheits- und Rettungsbereich, lebensrettende Informationen direkt in die Navigation zu integrieren.
Besonders relevant für Flottenmanagement: Die neue TollCosts.xml enthält aktuelle Mautsätze (zunächst für das deutsche Toll-Collect-System) und berechnet automatisch fahrzeugspezifische Mautkosten basierend auf Gewicht, Abgasklasse und Strecke. Kunden können jetzt präzise Kostenvergleiche zwischen Routen anzeigen und ihren Fahrern die wirtschaftlichste Route empfehlen.
Die StreetTypeSpeedProfiles.xml wurde aus den Kartendaten ins SDK verlagert, was flexiblere Updates und kundenspezifische Geschwindigkeitsprofile ermöglicht.
Wichtig für Kunden mit angepassten Konfigurationen: Updates müssen sorgfältig eingepflegt werden, um eigene Änderungen zu erhalten und gleichzeitig von neuen Features zu profitieren.